Weiberwirtschaft
Kamasutra - Mehr als nur Sexstellungen
Über Kamasutra hat man ja schon viel gehört, einiges ist absolut übertrieben, während wiederum andere Dinge vollkommen wahr sind. Darum möchte ich heute einmal einen Blick hinter die schlüpfrigen Sexstellungen wagen, denn die uns überlieferte Lehre ist weitaus mehr, als ein Handbuch für gelangweilte Paare.
Das Kamasutra stammt aus der Zeit zwischen 200 und 300 n. Christus und kommt aus dem indischen Raum. Das Wort selbst ist aus dem Sanskrit entlehnt und bedeutet „Verse des Verlangens“. Dennoch geht es in dem Ratgeber aus dem 1. Jahrhundert n. Christus um mehr, als nur die Befriedigung sexuellen Verlangens.
Kamasutra jenseits von Stellungen: Anleitung zum Leben
Wer sich schon mit dem sozialen System in Indien befasst hat wird wissen, dass die Menschen dort in Kasten leben und innerhalb dieser strenge gesellschaftliche Hierarchien herrschen. Weder der Hierarchie innerhalb einer solchen Kaste, noch den Rangordnungen der Kasten selbst kann sich ein Inder entziehen. Auf dieser Grundlage basierte nun das Kamasutra als Anleitung zum Leben innerhalb dieses, von Reglementierungen und Sanktionen bestimmten, Systems. Natürlich gehört dazu auch eine sehr detaillierte wie pragmatische Anleitung für die unterschiedlichsten Sexstellungen sowohl im heterosexuellen, als auch im homosexuellen Bereich. Man sollte jedoch beachten, dass es sich nur um einen Teil handelt.
Homosexuelle Stellung im Kamasutra
Das restliche Kamasutra handelt von den Regeln, die man in einer Ehe beachten sollte und die vor allem hinsichtlich der Hierarchie zwischen den Ehepartnern geprägt sind. Außerdem handeln verschiedene Bereiche im Buch auch vom Verhalten im Falle eines Ehebruches, vom Umgang mit Drogen und von der Partnerwahl bzw. der Heirat. In der englischen Übersetzung aus dem Jahre 1884 durch Richard Francis Burton wurden jedoch auch bestimmte Teile außen vor gelassen. So ist beispielsweise der Teil, der von den homoerotischen Sexstellungen handelt im westlichen Kamasutra lange Zeit unbeachtet gewesen, weil er zunächst einfach nicht übersetzt wurde. Auch in der indischen Ausgabe ist dieser Teil dem heterosexuellen Bereich hierarchisch unterlegen, aber eben dennoch vorhanden.

kommentieren
versenden
drucken



Kommentar schreiben